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Fälle, Fälle, Fälle!

You don't learn to walk by following rules. You learn by doing, and by falling over.

Richard Branson

Wir machen dort weiter, wo wir aufgehört haben: mit Fällen. Und wenn wir euch irgendeinen ultimativen „Geheim“-Tipp mit auf den Weg geben können, dann ist das dieser: Lernt mit Fällen! Und zwar von Anfang an! Je mehr, desto besser!

Jede in die Fallbearbeitung investierte Minute ist um ein Vielfaches wertvoller als dieselbe in Vorlesungen oder Lehrbücher investierte Zeit. Und seid euch bewusst: Zeit ist knapp, auch wenn der Weg zum Staatsexamen lang erscheinen mag. Von unseren Interview-Gästen hat Max fast ausschließlich anhand von Fallbearbeitungen gelernt und während seines gesamten Studiums kaum ein Lehrbuch in die Handgenommen. Und auch Sebastian hat sich extrem fallorientiert auf sein Examen vorbereitet. Wenn wir an alle mit uns befreundeten Juristen denken, die Top-Examina abgestaubt haben (das sind deutlich mehr, als die Notenskala an Punkten hergibt), kennen wir eigentlich niemanden, der nicht stark auf Fälle gesetzt hat.

1. In a nutshell: Was sollte ich tun?

a. Fälle, Fälle, Fälle: Erarbeitet euch jedes Rechtsgebiet anhand von Fällen. Je mehr, desto besser. Dabei müsst ihr auf eine inhaltliche Vielfalt der Fälle achten (im BGB AT bitte keine 100 Fälle zum Minderjährigenrecht, sondern 100 Fälle querbeet durch alle Abschnitte des BGB AT).

b. Fangt sofort an, mit Fällen zu lernen und nicht erst, wenn man ein Lehrbuch „durch“ hat (dazu bleibt keine Zeit). Das mit dem sofort meinen wir ernst. Allerdings muss man auch wissen, wie man in unterschiedlichen Wissensstadien mit Fällen arbeitet, nämlich auch in unterschiedlichen Intensitätsstufen. Wie das aussieht, erläutern wir unten.

2. Warum sollte ich fallorientiert lernen?

a. Fallbearbeitungen werden in allen Klausuren gefordert

Das wichtigste vorab: Im Studium und im Staatsexamen erwartet man von euch, dass ihr (Klausur-)Fälle löst. Ihr sollt keine Lehrbücher, Besinnungsaufsätze oder Hausarbeiten (zumindest nicht im Staatsexamen) schreiben. Das Lösen von Fällen muss man üben. Je früher, desto besser. Macht euch das Leben einfacher und fangt sofort damit an!

b. Was bringen uns Definitionen, wenn wir uns dazu keine Lebenssachverhalte vorstellen können?

Im Gegensatz zu Lehrbüchern (ausgenommen der Teile, die Fälle enthalten) stellen Fälle konkrete Lebenssachverhalte dar, um diese juristisch zu lösen. Genau diese Lebenssachverhalte sind unerlässlich, damit wir juristische Konzepte überhaupt verstehen.

Dieser Satz verursacht vielleicht bei dem ein oder anderen ein seltsames Bauchgefühl. Denn wozu haben wir Definitionen? Ist der Zweck der Definitionen nicht, den Inhalt eines juristischen Konzeptes zu bestimmen und Grenzen zu ziehen?

Theoretisch ja – praktisch leider nur sehr bedingt.

Nehmen wir uns zwei Beispiele aus dem Strafrecht: „körperlich misshandelt“ gem. § 223 I StGB und die objektive Zurechnung.

aa. Körperliche Misshandlung, § 223 I StGB

Die Definition lautet:

Eine körperliche Misshandlung ist jede üble, unangemessene Behandlung, die das körperliche Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit nicht nur unerheblich beeinträchtigt.

Erste Reaktion: Klar – ich weiß, was das ist.

Denn unter einer körperlichen Misshandlung können wir uns bereits aus unserer Lebenserfahrung (Nachrichten, Filme, Bücher etc.) viele Situationen vorstellen, die wir als körperliche Misshandlung qualifizieren und in strafrechtlicher Hinsicht auch solche sind.

Was bringen uns aber die einzelnen Wörter der Definition? Was stellen wir uns unter „übel“ vor? Was unter „unangemessen“? Was unter „nicht nur unerheblich“? Natürlich kennen wir diese wertenden Begriffe und haben auch eine gewisse Vorstellung davon, was sie bedeuten (könnten). Allerdings müssen wir uns eingestehen, dass diese Vorstellung eher diffus ist und unterschiedliche Menschen sie im Detail auch unterschiedlich werten.

Ist das Abschneiden von Haaren eine körperliche Misshandlung?

Können wir das allein anhand der Definition sicher feststellen? Nein – natürlich nicht! Das Einzige, was uns die Definition liefert, sind die Wertungskategorien („übel“, „unangemessen“, „körperliches Wohlbefinden“ und „nicht nur unerheblich beeinträchtigt“). Weiter kommen wir aber nicht.

Bei solchen Grenzfällen hilft uns allein, wenn wir einmal einen Fall bearbeitet haben, der eben dieses Problem behandelt hat und von dem wir dann wissen, wie die Literatur und Rechtsprechung diese Begriffe am konkreten Fall mit Leben gefüllt und wie sie argumentiert haben. Alles andere ist blindes Stochern im Nebel.

bb. Objektive Zurechnung

Noch einleuchtender, dass Definitionen allein uns wenig bringen, wird es beim Begriff der objektiven Zurechnung:

Dem Täter wird die Tat als sein Werk objektiv zugerechnet, wenn er eine rechtlich missbilligte Gefahr für das geschützte Rechtsgut geschaffen hat, die sich im konkreten Erfolg verwirklicht.

Mit diesem Satz kann kein Mensch, der nicht bereits mehr zur objektiven Zurechnung gelernt hat, etwas anfangen. Durch alleiniges Lesen dieses Satzes bekommen wir keine Vorstellung davon, welche Fälle gemeint sind.

Wir verstehen das Konzept der objektiven Zurechnung letztlich nur durch konkrete Fälle, aus denen wir Fallgruppen bilden (und damit wieder ein Stück weit abstrahieren). Deshalb lernt man die objektive Zurechnung letztlich nur, indem man die typischen Fälle aus diesem Bereich behandelt.

cc. Was bringen uns Definitionen?

Der Mehrwert einer Definition liegt letztlich darin, dass sie uns weitere abstrakte Kategorien liefern, denen wir Lebenssachverhalte zuordnen können. Für diese sind sie Erinnerungsanker, sofern wir das entsprechende konkrete Fallwissen bereits haben. Bei der objektiven Zurechnung sind diese weiteren Kategorien die rechtlich missbilligte Gefahr, das geschützte Rechtsgut und die Verwirklichung im konkreten Erfolg. Was diese Begriffe ihrerseits bedeuten, sagt uns die Definition nicht.

dd. Weshalb müssen wir Verständnis mit konkreten Fällen entwickeln?

Eben weil uns Definitionen nicht weiterbringen. Nur wenn wir genügend konkrete Fälle (konkrete Lebenssituationen, unter denen wir uns etwas vorstellen können) behandelt haben und wissen, wie diese vor dem Hintergrund von rechtlichen Konzepten bewertet werden, können wir eine eigene Zuordnung treffen.

Wir müssen einen breiten Fundus von Fällen kennen und wissen, welche davon die Definitionen erfüllen (Positivgruppe) und welche nicht (Negativgruppe). Erst dann haben wir nützliche Vergleichskategorien im Kopf, um bei einem neuen Fall ein Urteil fällen zu können. Diese Beurteilung treffen wir danach, ob der neue Fall ähnlicher zur Positivgruppe oder zur Negativgruppe ist. Die Zuordnung verläuft umso erfolgreicher, je größer und ausdifferenzierter beide Vergleichsgruppen sind. Das schaffen wir nur, wenn wir viele unterschiedliche Fälle behandelt haben. Was sich dadurch entwickelt, wird als Judiz bezeichnet.

c. Systemverständnis durch Fälle entwickeln

Das Lernen mit Fällen hat ferner den großen Vorteil, dass Gesamtzusammenhänge im Gesetz vermittelt werden. Lehrbücher haben den großen Nachteil, dass sie häufig nur Wissensinseln darstellen. Die Verknüpfung dieser Wissensinseln im Gesamtsystem erfolgt nur defizitär. Fälle und ihre Lösungen bieten gerade diesen Vorteil: Gesetzliche Konzepte werden im Gesamtzusammenhang behandelt und man gewinnt dadurch nicht nur ein Einzelverständnis, sondern auch das Verständnis für die Zusammenhänge. Beides muss man für die Klausur können.

Das Schöne am Ganzen ist zudem, dass gerade dieses verknüpfte Lernen auch dazu beiträgt, dass Konzepte sich besser merken lassen. Denn diese ergeben im Gesamtzusammenhang häufig auch mehr Sinn.

d. Problembewusstsein durch Fälle entwickeln

Ein weiterer großer Vorteil ist, dass man durch Fälle sein Problembewusstsein schärft.

Zum einen geschieht dies dadurch, dass die Lösung des Klausurfalles jene Probleme aufwirft und behandelt, die typischerweise in einer solchen Fallkonstellation erwartet werden. Zum anderen wird einem mit der Zeit auch klar, dass einige Problemgruppen regelmäßig im Zusammenhang auftreten. Ein Gefühl für diese Zusammenhänge gewinnt man nicht durch abstrakte Lehrbuchausführungen.

Das wichtigste ist allerdings, dass man nur durch die Lösung einer Vielzahl von unterschiedlichen Fällen ein Gespür dafür bekommt, welche Problemkonstellationen für die Klausurlösung relevanter sind als andere. Dieses Gespür ist für eine gelingende Schwerpunktsetzung unerlässlich. Außerdem wird einem dadurch auch ermöglicht, relevantere Probleme von irrelevanteren zu unterscheiden (die relevanten Probleme tauchen in unterschiedlichen Fällen schlicht häufiger auf und werden zum Teil auch intensiver behandelt).

e. Konventionen durch Fälle lernen

Je mehr Jura man lernt, desto stärker wird man merken, dass man sich für eine gute Klausurlösung nicht nur auf seinen Verstand verlassen darf, sondern auch Konventionen kennen muss. Konventionen sind Ausführungen, die üblicherweise gemacht werden, ohne dass sie in ihrer konkreten Form zwingend logisch begründbar sind. Allerdings erwartet der Korrektor, der ebendiese Konventionen kennt und verinnerlicht hat, diese auch an der konkreten Klausurstelle zu lesen.

Beispielsweise muss man wissen, dass beim Betrug nach § 263 StGB die Rechtswidrigkeit des Vermögensvorteils ein objektives Tatbestandsmerkmal ist, das aber allein im subjektiven Tatbestand objektiv und subjektiv geprüft wird. Das ist natürlich logisch inkonsequent, wenn die Überschrift „Subjektiver Tatbestand“ lautet. Allerdings wird erwartet, dies genau so zu tun – Konvention eben.

Diese Konventionen lernt man nicht in Lehrbüchern, sondern nur durch Falllösungen.

f. Mit Ungewissheit umgehen

Durch das Lösen von Fällen übt man zudem eine extrem wichtige Fähigkeit: den Umgang mit Ungewissheit. Nur selten kommt es vor, dass man einen umfangreichen Fall liest und sogleich jeden relevanten Aspekt erfasst und eine gute Lösung parat hat. Sondern häufig begegnet man unbekannten Problemen, die der gute Jurist aber erahnt und sie während der Klausur bewältigen muss.

Merkt euch: Diese Ungewissheit wird uns als Juristen ein Leben lang begleiten. Je mehr Jura wir machen, desto kleiner werden die Bereiche der Ungewissheit, aber sie werden immer da sein. Und wenn wir ihnen begegnen, wird sich herausstellen, ob wir sinnvoll mit ihnen umgehen können oder kapitulieren müssen.

Den richtigen Umgang mit solchen Unsicherheiten lernt man dadurch, indem man sich solchen Situationen häufig und in vielfältiger Weise aussetzt und sie zu überwinden lernt. Solche Chancen ergeben sich nur bei Fällen, die man löst oder zumindest zu lösen versucht.

g. Es macht viel mehr Spaß

Diesen Punkt machen wir kurz: Es macht schlichtweg viel mehr Spaß, Jura anhand von Fällen zu lernen. Das Pauken von abstraktem Wissen ist trocken. Das Lösen von Fällen, die sich genauso im Leben abgespielt haben, ist das nicht.

h. Muss ich dann wirklich kein Lehrbuch mehr durcharbeiten?

Radikale und richtige Antwort: Nein – man muss dann kein Lehrbuch mehr von Seite 1 bis x komplett durcharbeiten. Dieses dient dann eher als Nachschlagewerk für einzelne Fragen oder um einen schnellen Überblick zugewinnen.

Wenn man aufmerksam das Gesetz liest und eine Vielzahl von unterschiedlichen Fällen löst, kann man Jura vollständig und sogar deutlich besser verstehen. Schließlich findet sich in den Falllösungen auch das Lehrbuchwissen. Der große Vorteil besteht darin, dass dieses Wissen bereits sinnvoll sortiert ist – nämlich so, wie man es für Klausur benötigt.

3. Wie lerne ich mit Fällen?

a. Gibt es genug Fälle? Woher bekomme ich sie?

Ja – es gibt viel mehr Fälle, als ihr jemals schaffen könnt. Bitte spart euch also nicht Fallbücher etc. auf. Dieses Verhalten ist völlig sinnlos. Einfach das nächste Fallbuch nehmen und loslegen.

Klassischerweise bekommt ihr Fälle aus Fallbüchern. Aus unserer Sicht muss man sich nicht jedes kaufen, sondern kann auf die Bib zurückgreifen. Zu jedem Rechtsgebiet gibt es dort etliche Fallbücher. Es spricht überhaupt nichts dagegen, jedes in die Hand zu nehmen und auch durchzuarbeiten. Ihr werdet merken, dass viele Fälle bzw. Fallkonstellationen sich wiederholen. Das festigt nicht nur das Gelernte, sondern ihr wisst dann auch, welche Konstellationen relevanter sind.

Sehr empfehlenswert sind zudem auch die häufig hochwertigeren (Original)-Klausurfälle aus den Ausbildungszeitschriften (JuS, JURA, JA etc.). Es spricht auch nichts dagegen, diese alle durchzuarbeiten. Ein Nachteil ist nur, dass man sie sich mit ein wenig Aufwand zusammensuchen muss. Aber das ist in Zeiten von juris, beck-online & Co. auch kein großer Aufwand mehr.

Letztlich veröffentlichen auch mehr und mehr Universitäten Fälle mit Lösungen, die allerdings in der Qualität stark schwanken.

Ihr seht also: Selbst wenn man sich auf Fälle beschränkt, gibt es genug zu tun 😉.

b. Wie lerne ich mit Fällen? – Vielfalt und Intensitätsstufen

aa. Vielfalt muss sein

Wenn man sinnvoll und als Ersatz zum Lehrbuch mit Fällen lernen möchte, ist es immens wichtig, dass man auf Vielfalt bei der Fallbearbeitung achtet. Das hört sich schwieriger an, als es ist. Wer einige Fallbücher beispielsweise zum BGB AT durchgearbeitet und stets die jeweiligen Vorschriften dazu gelesen hat, hat einen guten Blick für dieses Rechtsgebiet gewonnen.

bb. Fallbearbeitung auf unterschiedlichen Intensitätsstufen

Wenn wir euch nahelegen von Anfang an und sofort fallorientiert zu lernen, kann es natürlich nicht heißen, dass ihr gleich zu Beginn den kompletten Fall klausurgerecht ohne Hilfsmittel runterlösen und ausformulieren sollt. Das ist selbstverständlich nicht möglich und würde auch viel zu lange dauern.

Deshalb ist in diesem Zusammenhang die Fallbearbeitung in unterschiedlichen Intensitätsstufen extrem wichtig. Damit meinen wir Folgendes:

Zu Beginn kann man Fälle und ihre Lösungen einfach durchlesen (wie ein Lehrbuch). Ambitionierte können sich bereits in diesem Stadium eigene Gedanken machen und im Gesetz stöbern und prüfen, inwieweit die eigenen Gedanken zur Lösung gepasst haben.

Hat man so ein Fallbuch durchgelesen, kann man mit dem nächsten Fallbuch zum selben Thema schon etwas klausurorientierter arbeiten. Das kann z.B. so aussehen, dass man bereits die ersten Gliederungen erstellt, Probleme identifiziert und überlegt, wo die Schwerpunkte des Falles liegen könnten. Das Spicken in der Lösungsskizze ist natürlich jederzeit erlaubt.

Je nachdem wie fit man sich fühlt, kann man nach und nach dazu übergehen, den gesamten Fall zu gliedern und erst am Ende sich die Lösungsskizze anzuschauen.

Auf der nächsten Stufe kann man dann nicht nur die Gliederungspunkte, Problemfragen und Schwerpunkte skizzieren, sondern auch wesentliche Argumente und Begrifflichkeiten notieren.

Und am Ende des Ganzen wird man im Idealfall die Klausursituation simulieren können: D.h. man nimmt sich eine Probeklausur und nur das Gesetz und versucht in exakt der vorgegebenen Zeit diese zu gliedern und auszuformulieren. Wer so weit gekommen ist und die Disziplin hat, den Ernstfall hinreichend häufig vor der echten Klausur zu simulieren, hat sehr gute Chancen ziemlich gut abzuschneiden.

Natürlich sind die oben dargestellten Intensitätsstufen nur beispielhafter Natur. Dazwischen gibt es etliche Mischformen und man sollte auch durchaus zwischen ihnen wechseln (gerne auch innerhalb einer Falllösung). Das ist insbesondere deshalb sehr wichtig, weil unterschiedliche Bearbeitungsintensitäten auch unterschiedlich viel Zeit in Anspruch nehmen. Gerade zu Beginn muss man darauf achten, nicht zu viel Zeit mit einem einzigen Fall zu verbringen. Das wäre sehr ineffizient. Sondern man sollte schnell das Fallbuch überfliegen, einen ersten Eindruck vom Rechtsgebiet gewinnen und erst bei den nächsten Fallbüchern diesen Eindruck vertieften und die fundiertere Kenntnisse sammeln. Auch in diesem Zusammenhang gilt: variiert und experimentiert!

c. Was muss ich hinsichtlich der „Musterlösungen“ beachten?

Eine Sache ist wichtig: Die sog. Musterlösungen der allermeisten Fälle verdienen diese Bezeichnung nicht. Einerseits sind sie häufig inhaltlich an einigen oder manchmal auch mehreren Stellen zweifelhaft oder sogar falsch (wir erinnern uns: es waren auch nur Menschen, die sie erstellt haben und das Erstellen von Musterlösungen bereitet keinen Spaß). Andererseits sind sie auch regelmäßig überhaupt nicht so geschrieben, wie man es in einer Klausur erwarten würde. Entweder ist der Klausurstil nicht eingehalten und/oder sie fallen völlig unrealistisch lang aus.

Beide Aspekte dürfen euch aber nicht davon abhalten, auch mit schlecht gelösten Fällen zu arbeiten. Macht euch einfach bewusst, dass auch Musterlösungen in ihrer Qualität schwanken. Dennoch machen auch schlechte Musterlösungen den zu lösenden Fall nicht schlecht und die aufgeworfenen Fragen sind tatsächlich relevant. Und vielleicht hat man Glück und das nächste Fallbuch löst einen ähnlichen Fall mit denselben Problemen deutlich besser.

4. Wie geht es weiter?

Das war jetzt ziemlich viel, aber dafür immens wichtiger input. Wie geht es weiter? Mit dem, worauf es von Tag eins des ersten Semesters bis zum zweiten Staatsexamen ankommt: dem Klausurenschreiben. Good news – Klausurenschreiben kann jeder lernen und üben (man muss es nur auf sinnvolle Art tun). Deshalb gibt es in unserem nächsten Beitrag eine praktische Anleitung dazu!

Autor: Tianyu Yuan